Rinnauge, Triefnase, Orgelkonzert in der Lunge? Allergie oder Infekt?

Tja – selbst ich, als seit Jahrzehnten an Allergie leidender Arzt, bin mir da auch nicht immer sicher! Manchmal schon – weil ich schon meine allergischen Zeiten kenne; und wenn es da zuerst ganz oben im Rachen kitzelt und dann der Niesanfall kommt, dann weiß ich, dass die Gräserallergie mich wieder zugeschleimt hat. Überhaupt wenn es Mitte Mai ist. Wenn es mich eher hinter dem Gaumenzäpfchen zuerst zu brennen und dann die Nase zu jucken beginnt, mit später Schnupfen und Husten – und das Ganze passiert zwischen Oktober und März – dann ist es vermutlich ein viraler Infekt. Wenn es sich aber irgendwie dazwischen anfühlt? Dann siehe oben erster Satz…

Also fassen wir zusammen: juckende, tränende, gerötete Augen (ohne eitrig verpickt zu sein) und/oder Niesanfälle mit immer wässrigem „Rotz“ und schlimmstenfalls auch pfeifendem Atemgeräusch, immer zur selben Jahreszeit oder gar Monat – höchstwahrscheinlich ALLERGIE! Wenn Sie sich nicht mehr erinnern können, ob es immer zur selben Zeit war – vermutlich waren sie bei einem Arzt/einer Ärztin! Dort kann man in der Kartei nachschauen lassen! Sie finden keine Jahreszeit – haben aber ein neues Haustier (vor allem Katze!)? Nun äh, ja – Tier bleibt, Allergie auch, oder beides ist eben gemeinsam weg… (allergische Erscheinungen bleiben länger, weil lang noch Tierhaare in den Wohnräumen sind). Kein Haustier? Nur am Morgen Niesanfälle oder in Hotels mit Teppichböden im Zimmer und Gängen? Ziemlich sicher Hausstauballergie – hat mich schon in manchem Urlaubsort in die Apotheke um ein antiallergisches Medikament getrieben. Niesanfälle in Verwandtschaftshäusern eher als Verkühlung bezeichnen – Hausstauballergie zu erwähnen kommt in solchen Fällen meistens nicht sooo gut an!

Also wann ist es dann ein INFEKT? Meistens in der „Winter(reifen)zeit“ – also Oktober bis Ende März – und wenn: die Augen eher brennen, keine Niesanfälle, sondern eher ein „Schneuzschnupfen“ mit zähem, gelbem bis grünem „Rotz“ besteht. Die Lunge macht höchstens beim Husten oder kurz nachher Geräusche und womöglich frösteln Sie ein wenig! Alles klar – es fehlt nur noch Fieber und Krankenstand  ein viraler Infekt! Vermutlich passiert es im Winterhalbjahr ungefähr zweimal!

Über die Behandlung eines viralen Luftwegsinfektes werde ich mich diesmal nicht näher auslassen, da müssen Sie schon in Ihren Schaukastenarchiven kramen!

Was kann man nun gegen allergisch reagierende Schleimhäute der Augen, Nase und Lunge tun? Am wenigsten unerwünschte Wirkungen hat alles, was man nur dort anwendet, wo es gebraucht wird – auch wenn es aufwändiger ist: also antiallergische Augentropfen verwenden, bevor man rausgeht (etwa 3-4x tgl.). Wenn das Auge schon juckt und rinnt, ist die allergische Reaktion schon im Laufen und die Wirkung geringer! Das gleiche gilt für die Anwendung von allergischem Nasenspray – der soll schon in der Nase sein, bevor die ersten Pollen rein wollen! Dann niest man nicht so viel und kriegt besser Luft – echt toll! (Eigenerfahrung!) Was die Behandlung der Lunge anlangt – siehe Auge und Nase, nur eben mit einem antiallergischen „Asthmaspray“. Außerdem nachts Fenster zu machen und vorm Schlafen Haare – so man viele davon hat waschen (sonst sind die Pollen am Polster).

Und was machen, wenn das nicht ausreichend hilft? Dann ist es notwendig, die Allergie nicht nur von außen nach innen, sondern auch von innen nach außen zu behandeln – mit einem sogenannten Antihistaminikum, das ist ein antiallergisches Medikament zum Schlucken! Zumindest an den allerstärksten Tagen! Vielleicht auch nicht täglich nötig – Leitsatz: So viel wie nötig und so wenig wie möglich!

Ist Ihnen viel zu kompliziert oder hilft noch immer zu wenig? Dann gibt es die Möglichkeit, über eine Spritzenkur (medizinisch Desensibilisierung) den Schleimhäuten beizubringen, nicht mehr allergisch, sondern normal auf Pollen, etc. zu reagieren! Oder weniger verlässlich wirksam: täglich (aber wirklich täglich sonst wirkt es kaum) Tropfen unter die Zunge (beides über meist 3 Jahre, Erfolgsquote für Verbesserung bis Beschwerdefreiheit bis 70%). Vor allem für die Variante mit der Injektion habe ich (auch bei mir selbst!) viele positive Erfahrungen! Die Tropfenmethode hält kaum wer solange durch! Teilweise gibt es auch Behandlungen nur in der allergischen Zeit!

Alternativen dazu mit weniger gut dokumentierten Erfolgsaussichten: Akupunktur, Bioresonanz, Cortisonspritze, Luftreiniger/-ionisierer, Birkenwasser, … (habe aber zu jeder Methode etliche Patient/inn/en, die Erleichterung/Beschwerdefreiheit erlangt haben!)

Grundsätzlich – sprechen Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin bevor Sie herumdoktern!

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