Diagnose Krebs – und was nun?

Zugegebenermaßen ist das kein vorweihnachtliches Thema. Aber zumindest in meinem Einzugsbereich als Hausarzt zeigte sich in letzter Zeit eine Häufung von Neuerkrankungen und leider auch Todesfällen an Krebserkrankungen, die mich dazu bewegt haben, darüber zu schreiben. Gerade rund um Krebserkrankungen gibt es ja viel Unsicherheit, Halbwissen und auch leider Geschäftemacherei!

Egal ob jemand selbst betroffen ist oder ein enges Familienmitglied – mit dieser Diagnose ist nichts mehr so wie es vorher war. Die Diagnose „Krebs“ erfordert Umdenken, bewussteres Planen des weiteren Lebens, aber damit auch Chance auf Änderung/Verbesserung. Vorweg genommen, Krebs ist dank der derzeitigen medizinischen Möglichkeiten in vielen Fällen eine behandelbare chronische Erkrankung geworden – aber auch in manchen Fällen eine Erkrankung, welche die (geplante) Lebenserwartung drastisch verkürzt.

Als ein mit der Diagnose Krebs konfrontierter Mensch durchlebt fast jeder verschiedene Stadien der Verarbeitung: von „das ist gar nicht wahr! (Verdrängung)“ über „ich habe eine (un)heilbare, schwere Erkrankung! (Realisation)“zu „jetzt ist alles vorbei, oder?! (Angst und Depression)“ und weiter „und was mache ich jetzt?(Anpassung an die neue Situation)“ schlussendlich zu „okay, jetzt muss ich mich daran gewöhnen, dass ich Krebs habe und entsprechend handeln. (Neuorientierung)“ Individuell dauern diese Stadien unterschiedlich lange, oder werden gar nicht alle durchlaufen. Es erfordert viel Einfühlungsvermögen von behandelnden Ärzten (bedauerlicherweise nicht oft vorhanden), den Partnern/Angehörigen und dem sonstigen Umfeld (vielmals einfach überfordert damit), dem allem folgen zu können (zu wollen).

Gerade aus diesen Gründen (mangelndes Engagement von Seiten der (Schul-)Medizin) und vielleicht auch aus ebenso verzweifelten, wie verständlichen Versuchen des sozialen Umfelds zu helfen, werden oftmals mehr als fragwürdige, mit der Angst des Erkrankten arbeitende Therapeuten und Therapien aufgesucht.

Was kann/soll man als an Krebs erkrankter Patient nun wirklich tun?

Fragen stellen, sich nicht „abschasseln“ lassen, sich die Venen nicht von unerfahrenen Personen verstechen lassen (nach dem 2. Versuch wird die Person höflich, aber bestimmt darauf hingewiesen, jemand Erfahreneren zu beauftragen), alternative Methoden ansprechen (Hausarzt – wenn dafür geeignet – sonst Spezialambulanz – derzeit leider nur AKH Wien), vor Partnern/Angehörigen/Familien bitte kein „Theater“ spielen (mir geht’s eh gut – wo jeder das Gegenteil sieht), lange geplante Ausflüge/Besuche oder ähnliches in die Tat umsetzen, eventuell auch finanzielle Angelegenheiten regeln und vor allem: BEWUSST LEBEN! Glauben Sie mir: Mit dem Umsetzen dieser wenigen (einfachen?) Tipps habe ich positive, lange Krankheitsverläufe erlebt und erlebe sie noch, die keine (schul-)medizinische Erklärung haben!!

Was kann/soll man als Partner/Angehöriger/Familie nun tun?

Ehrlich sein, mitleben, mitfühlen (Vorsicht! Versuch des Mitleidens ist keine Hilfe!), kein „Theater“ spielen (gut siehst du heute aus! – wenn jeder weiß, dass das nicht stimmt!), Verständnis haben, bei Stimmungsschwankungen, Aggressionen, Angst (das ist eine Aufgabe, die so manchen schlichtweg überfordert. Bitte der Tatsache gewahr sein und professionelle Hilfe – Palliativteams etc. zur Unterstützung beiziehen!), und einfach da sein, da bleiben (auch das kann manchmal unmöglich sein, je nach vorheriger Ausgangssituation und persönlicher Belastbarkeit!). Und: weiterLEBEN! Selbst und mit und für den Erkrankten!

Aus begreiflichen Gründen konnte ich weder auf einzelne Krebserkrankungen, noch auf Therapien (egal ob schulmedizinisch oder komplementär (ergänzend)) eingehen,

habe aber versucht, ein allgemeines Gerüst an Möglichkeiten zum Umgehen mit einer eigenen oder jemand aus dem Umkreis betreffenden Krebserkrankung aufzuzeigen. Jeder einzelne Erkrankte/Partner/ Familienangehöriger eines Erkrankten sollte damit versuchen (können), seinen eigenen Weg in der Bewältigung der Krebserkrankung zu finden.

UND: Dabei keinem mit der Angst des Betroffenen kalkulierenden, unseriösen, teuren Therapeuten/Therapien in die Hände zu fallen! Bitte bewahren Sie sich oder ihren Angehörigen vor allem vor Therapeuten/Therapien, die alles vorhergehende in Bausch und Bogen verdammen! Gegen Ergänzung bisheriger Therapien ist meist nichts einzuwenden!

PS: Habe bewusst keine „Binnen-I-Formulierung“ (mehr) geschrieben, jüngsten Erkenntnissen folgend und der festen Überzeugung, dass es dringendere Probleme der Gleichberechtigung gibt, als „Gender“-Schreibweise und Bundeshymnen-Töchter! Dr. Wolfgang Maurer

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